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Aufschrei...

Kennt jemand das Buch "Aufschrei" von Truddi Chase?

Truddi wurde jahrelang vom Stiefvater brutal mißbraucht, das erste Mal im Alter von zwei Jahren. Ihre Mutter hat das all die Jahre stillschweigend geduldet und sie dafür bestraft. Truddi wurde nicht nur physisch sondern auch psychisch mißhandelt und gequält. Um diese Hölle zu überleben entwickelte sie eine komplizierte Bewältigungsstrategie - eine multiple Persönlichkeit. Das bedeutet vereinfacht das sie ihre Seele aufgespalten hat und ihren Körper seither mit 92 verschiedenen Persönlichkeiten teilt, die sich alle in Charakter und Auftreten unterscheiden. Das alles wird ihr aber erst bewußt als sie mit Mitte 40 das erste Mal einen Therapeuten aufsucht und in einer langen und kräftezehrenden Therapie aufzuarbeiten versucht, was ihr Stiefvater ihr angetan hat. Während dieser Zeit schreiben Truddi und ihre "Truppen" Tagebuch und liefern so das Manuskript für das Buch, das durch nötige Hintergrundinformationen vom Therapeuten ergänzt wurde.

Es ist zwar im Stil eines Romans geschrieben aber es handelt sich hierbei nicht etwa um die fiktive Geschichte eines Schreiberlings, in die er das Höchstmaß des erträglichen Horrors gepackt hat, sondern um Erlebnisse, die genau so passiert sind. Und um die reellen Folgenn dessen, was Angst und Schmerz aus einem Menschen machen können. Das macht dieses Buch erschreckend und faszinierend zugleich.

Während ich mich Seite um Seite tiefer in Truddis Geschichte eingelesen habe, fing ich ganz unwillkürlich an gewisse Punkte meines Verhaltens zu überdenken, kritischer zu betrachten und zu hinterfragen. Und nach und nach formte sich ein vorsichtiger Verdacht, über den ich eigentlich nicht weiter nachdenken möchte, den ich gerne wieder dahin zurückdrängen möchte, wo er herkam. Trotz der inneren Qual, die damit verbunden ist, stelle ich mir immer wieder die Frage, wieso ich in manchen Dingen so kompliziert reagiere, so anders handle, denke und fühle als die meisten es tun. Und plötzlich liegt die Antwort vor mir, zwar nur wage, nicht wirklich greifbar, aber sie ist da...

Immer wieder kreisen meine Gedanken darum, was wäre, wenn ein Teil von Truddis Geschichte auch meine ist. Wie würde meine Umwelt darauf reagieren? Ich meine, derzeit haben die meisten Menschen in meinem Umfeld imense Probleme damit zu akzeptieren, das ich nun mal schwer zu verstehende Bewältigungsstrategien entwickelt habe, geschweige denn, sich an den Gedanken zu gewöhnen, das ich vielleicht Borderliner sein könnte. Wie würden sie wohl reagieren wenn sich eines Tages herausstellen sollte, das ich multipel bin?! O.o Aus meiner Sicht war bisher Borderline die schlimmste Diagnose, die man gestellt bekommen kann und ADS die wohl unsympathischste. Aber MPS wäre wahrscheinlich der Super-Gau schlechthin...

Nach einem langen Gespräch mit einer Person, die sich damit auskennen sollte, hat sich mein Verdacht evtl. MPS zu haben verringert. Der Verdacht, das irgendwann in meinem Leben etwas passiert sein könnte, was nie hätte passieren dürfen, aber ist geblieben und macht mir fürchterliche Angst. Ich fürchte mich vor dem Tag, an dem alle Puzzle-Teile vorhanden und zu einem Bild zusammengefügt worden sind...

Während des Lesens hat sich mir mehr als einmal der Magen umgedreht. Ich empfinde tiefes Mitgefühl für Truddi und Respekt davor, wie sie all die Jahre in dieser Hölle überleben konnte, unendlichen Hass auf das Schwein von Stiefvater und rasende Wut auf die Mutter, die einem unschuldigen Kind die Schuld daran gibt, das ein Arschloch nicht weiß, wo seine Grenzen sind - und ihre kleine Seele dabei zerstört.

Dieses Buch werde ich nie wieder vergessen, so lange ich lebe...

12.3.07 03:29


Ok, Fehler behoben.

Dachte schon, ich hätte MyBlog zerstört. O.o

9.3.07 23:04


Mich würde es mal interessieren, wieso es hier aussieht, als hätte jemand Buchstabensuppe an ne Hauswand geschmiert.   

-.-

 

5.3.07 22:19


Ich habe lange mit mir gerungen, ob ich jemals darüber sprechen soll. Darüber nachzudenken ist ehrlich gesagt schon anstrengend genug aber die Worte dafür zu finden und sich hinterher nicht dafür zu verabscheuen scheint eine für mich unlösbare Aufgabe zu sein. Aber wenn ich das nicht tue, wenn ich nicht darüber "rede" und die Gedanken in Worte fasse, sie greifbar mache, dann explodiere ich irgendwann. Ich hoffe, das ich es hier schaffe, unter "anderer Identität", ohne das die wenigen Menschen, die Zugang zu meinem anderen Blog haben, davon etwas mitbekommen und dabei verletzt werden oder anfangen, mich dafür zu verurteilen. Vor allem aber möchte ich vermeiden, das irgendjemand, der mich kennt, davon erfährt. Wie sich das nun mit einem öffentlichen, jedem zugänglichen Blog vereinbaren läßt? Hm... Vielleicht möchte ich sehen, das ich damit nicht alleine bin? Das es andere Menschen gibt, denen es genauso geht? Keine Ahnung, möglicher Weise habe ich aber auch einfach nur die Schnauze voll davon, zu schweigen. Wie dem auch sei, um unerkannt zu bleiben reicht es, bestimmte Namen, einschließlich seines eigenen, nicht zu erwähnen. Wer keinen Namen hat, der hat auch nichts zu verlieren...

Ich befinde mich hier an meiner persönlichen _Schmerzgrenze_ dessen, was ich eigentlich zu erleben bereit bin. Wahrscheinlich erinnere ich mich deswegen auch nur an undeutliche, verschwommene Erinnerungsfetzen, die nicht von mir selbst zu sein scheinen. Indem ich diesen Dingen auf den Grund zu gehen versuche, spreche ich das aus, was man besser für sich behalten sollte. Weil es niemand wissen will, weil man darüber einfach nicht spricht und weil es ein Tabuthema bleiben wird, solange es existiert. Und da es sich hier nicht um ein Thema handelt, das sich leicht hinter harmlos wirkenden Wortbrei verstecken läßt, damit niemand sich unangenehm dadauch berührt fühlen muss, wird es sich auch nicht vermeiden lassen die Dinge schonungslos beim Namen zu nennen - scheißegal, wie das auf andere wirkt, solange ich irgendwie damit klar komme.

Wer also mit triggerndem Material nicht umgehen kann, sei es nun aus mangelndem Verständniss oder aufgrund der eigenen Neigung zu selbstverletzendem Verhalten, der sollte sich selbst den Gefallen tun und hier auf weitere Besuche verzichten.

  1. Das Letzte, was ich hier brauche, sind begriffsstuzige Ignoranten, die mir sagen, wie krank ich bin. - Danke, dessen bin ich mir bewußt, auch ohne derartige Satements.
  2. Ich übernehme nicht die Verantwortung für das, was meine Art, die Dinge zu benennen oder der gesamte Inhalt des Blogs bei anderen, verletzlichen Menschen mit ähnlicher Problematik auszulösen vermag. Jeder ist sich selbst dessen bewußt, was er zu ertragen in der Lage ist. Oder?

Ich denke, das dürfte nun jedem unmißverständlich klar sein.

 

4.3.07 16:55





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